Wege zur Qualität

 

Während der Schulerweiterung 2016 haben wir einen “Baublog” gestaltet. Sie wurden von einem Schulvater verfasst, der die Bauphase maßgeblich mit Kopf, Herz und Hand mitgestaltet hat. Eine kleine Auswahl der Beiträge wollten wir erhalten. (Wachsende Familienschule)

Wege zur Qualität” erschien in 3 Abschnitten, die kurz nacheinander im März 2016 veröffentlicht wurden.

Auch wenn das Jahr 2016 dem Bau des Gebäudes gewidmet war, im Hintergrund mussten Lehrer und Ressourcen eingeteilt und organisiert werden und auch für die Zeit nach dem Bau-Werk sind “Grundsteine” erforderlich.

Erster Teil

“Ein Mensch, der sich nicht umdreht, geht verloren.” Zitat von Jakob Fuchs, aus dem Vortrag am Freitag, 4. März 2016

Am Freitag, den 4. März hatten wir einen Vortrag und am Samstag, den 5. März 2016 ein Gruppengespräch unter der Leitung von Jakob Fuchs.

Ein Schulvater hat seinen inneren Prozess folgendermaßen beschrieben:

Was ist das? Um was geht es bei…

“Wege zur Qualität?”

Wer mit Begriffen wie:
Kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP), Kaizan, Qualitätsmanagementsystem, Prozessorganisation… nichts anfangen kann, ist in diesem Beitrag gut aufgehoben.
Die, die das zu kennen glauben, dürfen gerne ihre Vorstellung überdenken.
Beginnen wir mit meinem laienhaften Wissen über das Thema.
Eine Möglichkeit der Qualitätskontrolle besteht darin, das erzeugte Produkt durchzusehen, zu prüfen und das Passende auszusortieren. Der Rest kann weggeworfen werden.
Wer etwas Fantasie hat, sollte das System mal bei Schulen durchdenken, wer viel Fantasie hat, sollte das besser lassen.
Qualitätssicherungssysteme stammen aus der Industrie, das erste System übrigens aus der Waffenindustrie. Die Idee dahinter ist nicht zwingend bessere Produkte zu erzeugen, es kann dabei auch schlicht um eine Verbesserung gehen, wie das Produkt herzustellen ist. (Was nebenbei gedacht, besonders bei “Billigprodukten” sehr wichtig ist, sonst bleibt ja nichts übrig.)

Ich glaube schon, dass es eine gute Idee ist, auf bessere Produkte hin zu arbeiten und die Produktion selber stetig zu verbessern; für die Kunden, die dort arbeitenden Menschen, die Natur und die Finanzen.

Aber ich bin auch davon überzeugt, dass eine Denkweise, die für ein Auto angesetzt wird, in einer Schule fehl am Platz ist.

Hier braucht es eine Denkweise, die uns Menschen in den Mittelpunkt stellt, eine Denkweise, die das “Leben” berücksichtigt, um am Ende…

… Ja? Wohin soll das denn führen? Am Ende? Vielleicht, um mehr Schüler mit weniger Kosten unterrichten zu können? Vielleicht doch, um die “Elite” vom “Pöbel” zu trennen?

… Nein!

Ich hoffe, ich spreche für alle in der Familienschule: Das ist nicht unser Ziel. Dafür haben wir uns nicht auf den Weg gemacht.

“Nachdenkpause…”

Wofür haben wir uns auf den Weg gemacht? Weshalb sind wir hier, in der Familienschule?

Etwa an diesem Punkt beginnt auch “Wege zur Qualität”.

“Wege zur Qualität” ist eine Denkweise, eine Möglichkeit:

+ Eine Möglichkeit sicherzustellen, dass die richtigen Menschen den erforderlichen Freiraum und Rückhalt haben, ihre Aufgabe zu erfüllen.

+ Eine Möglichkeit zu verstehen, dass unsere Kinder kein Produkt sind, aber dennoch unsere Aufgabe im Leben.

+ Eine Möglichkeit, die Balance zwischen der Aufgabe und der finanziellen Bilanz zu finden.

+ Eine Möglichkeit, die Aufgabe in Worte zu fassen, gemeinsam zu durchleben, auf sichere finanzielle Basis zu stellen, zurückzublicken und zu reflektieren, um wieder die Aufgabe in Worte zu fassen, gemeinsam zu durchleben…

GeschützterRaumBeschrieben

Zweiter Teil

“Menschen sind keine Werkstücke und können nicht hergestellt werden.” Zitat von Jakob Fuchs, aus dem Vortrag am Freitag, 4. März 2016

Jakob Fuchs erzählte uns am Freitagabend sehr bildhaft, dass jede Institution, die für und mit Menschen lebt, nicht einfach mit einem Fertigungsbetrieb verglichen werden kann.

Aber beide stellen sich die Frage: Was soll werden?

Welcher Impuls treibt uns, die Schule an? Wofür treten wir ein? Welche Ziele haben wir als Schule, für unsere Kinder?

Und beiden ist das Zusammenspiel der Beteiligten wichtig, bei beiden muss die finanzielle Lage stimmen, beide müssen Rechenschaft ablegen, beide erzeugen Ergebnisse…

Ein Werkstück durchwandert eine Fertigungshalle. Das Kind durchlebt die Schule.

Beim Fertigungsbetrieb bekommen wir ein Werkstück, in der Schule nicht. Ein Werkstück sollte der Schablone entsprechen, ein Mensch nicht.

Was uns bleibt, ist die Frage: Was ist “geworden”?

Auch eine Schule blickt zurück, reflektiert die Folgen ihres Handelns, und hört auf die Auswirkungen.

Und dadurch sind sowohl eine Schule als auch der Fertigungsbetrieb in einem Prozess- und Qualitätsmanagement.

 

GeschützterRaumBeschrieben

“Wege zur Qualität” ist ein gut durchdachtes Schema, das speziell auf “Betriebe” abgestimmt wurde, deren “Produkte” Menschen sind.

(Ja gut, Ihr dürft mich “steinigen”, “teeren” und “federn” in beliebiger Reihenfolge für diese Wortwahl.) Der Originaltext war mir einfach zu kompliziert, um ihn als Einzeiler wiederzugeben.
Bitte lest ihn selber nach: “Schönere Worte” )

...alle haben es nachgelese … ja?… dann also:

In unserer Schule wird es bereits gelebt, die Kinder werden als Menschen in den Unterricht miteinbezogen. Dafür brauchte es einen “geschützten Raum”. Und hier ist “Raum” nicht nur als Gebäude zu verstehen.

Damit die von uns beauftragten Pädagogen ihre Arbeit tun können, schaffen wir anderen ein Umfeld. Nur ist herumstehen nicht so unser “Ding”, oder? Wir sollten schon was tun,…

Und jetzt wird’s heikel. Um gemeinsam etwas zu tun, brauchen wir gemeinsame Ziele, gemeinsame Vorstellungen, eine gemeinsame Vorgehensweise,… und zwar von jedem Einzelnen… geprüft, abgesichert und bezahlt.

Das erfordert ein Struktur, wie zum Beispiel die “Zwölfheit”.

In diesen zwölf “Faktoren” steckt ein harmonischer Weg gemeinsamer Individualarbeit.

gestaltungsfelder

Und alles beginnt mit der Aufgabe.

Dritter Teil

“Kinder sind keine Investition,… die man nach 18 Jahren wieder zurückfordern kann…. Ich bezahle nicht mein Kind, sondern das Umfeld Schule, damit mein Kind eine Bildung bekommt.” gekürztes Zitat von Jakob Fuchs, aus dem Vortrag am Freitag, 4. März 2016

Für alle, die noch nicht auf der Internetseite von ” Wege zur Qualität” waren, wird es höchste Zeit zum Nachlesen , und keine Sorge, ich warte solange hier.

Eine Schule ist eine Zusammenarbeit von Kindern, Pädagogen, Eltern und Ämtern. Ein System. Eine Struktur. Mit Qualitätsmanagement. Ohne Werkstücke, nur mit Menschen.

Wege zur Qualität,

ist ein Schema, das uns hilft, Menschen anstelle von Zahlen in einem System zu sehen.

Im Kern steht die Zwölfheit. Zwölf Gestaltungsfelder mit Faktoren, die die Qualität bestimmen.

( Für die, die vorhin nicht auf der Internetseite von Wege zur Qualität waren, kopiere ich die Überschriften mal hierher … so schnell kommt Ihr mir nicht davon … )

1. Aufgabenstellung
2. Eigenverantwortung
3. Können
4. Freiheit
5. Vertrauen
6. Schutz
7. Finanzieller Ausgleich
8. Verantwortung aus Erkenntnis
9. Individuelle Entwicklung
10. Gegenwartsgemäßes Handeln
11. Individualität und Gemeinschaft
12. Gemeinschaft als Schicksal

gestaltungsfelder

Ich will hier niemanden mit den Wiederholungen der Inhalte langweilen ( in Wahrheit habe ich selber erst einen Bruchteil der Inhalte verstanden … ) und lieber ein paar Erinnerungen, Zitate und eigene Interpretationen zu verschiedenen Abschnitten wiedergeben.

Alles beginnt mit der Aufgabe, in ihr spiegeln sich der Impuls und die Tatkraft . Die Aufgabe ist die Ouvertüre zu einem nicht endenden Werk. Aus der Aufgabe erwachsen Zuständigkeiten. Es sind dann wir Menschen, die in Eigenverantwortung einen Beitrag leisten. Und immer im Einklang mit der Aufgabe,die zu Beginn besprochen wurde.

Aus dem eigenständige Handeln der Menschen entstehen das Können (die Aufgabe zu erfüllen ) und die Fähigkeit, um am höchsten Punkt angelangt, freigesprochen zu werden und die Freiheit zu haben, in der Aufgabe aufzugehen.

Das klingt jetzt sehr theoretisch, in der Praxis denken wir kaum darüber nach. Da heißt es nur: “Was gibt es zu essen?” “Machst Du es oder soll ich?” “Bei Dir brennt’s immer an, ich mach schon!” “Perfekt, ich kümmere mich dann um die Wäsche.” … Aufgabe, Eigenverantwortung, Können, Freiheit … im Alltag gelebt …

Eine Stütze ist es, Vertrauen zu schenken, um damit Raum für Zusammenarbeit zu öffnen. Die Zusammenarbeit braucht Vereinbarungen, Verträge, als Schutz für alle, die sich der Aufgabe verpflichtet haben.

Auf gleicher Höhe wie die Aufgabe steht der finanzielle Ausgleich, er hält die Balance . Da alles mit der Aufgabe beginnt, dient das Geld als “Gegengewicht” zur Aufgabe. Wesentlich ist dabei, dass die Aufgabe immer im Vordergrund steht, und den Geldfluss förmlich anzieht, niemals soll das Geld über den Menschen entscheiden.

Auch wieder ein Haufen gebündelte Theorie und im Alltag wird es bereits weniger gelebt. Ich behaupte mal, wer “Vertrauen, Schutz und finanziellen Ausgleich” anwendet, hat es mit seinem Partner harmonischer. Wenn ich jetzt den begonnenen Vergleich weiterführe: “Wird’s was mit dem Essen?” “Aber ja doch, kennst mich ja.” “Oh ja.. “ ( … halt … wir vertrauen in diesem Beispiel! ) ” ” Kannst bitte mal kosten? ” “Klar doch, ahh gut, vielleicht etwas Salz?.” ( Schutz: einerseits sind Verträge ein Schutz, andererseits auch das Einbeziehen aller Beteiligten, gelebte Verträge sind der beste “Schutz” ) ” Aha, kommt alles aus dem Bio-Laden? Warum kaufst du immer so teuer ein?” “Für unser Essen nehme ich nur das Beste. Und da nicht mehr Geld nachkommt, gibt’s heute nur Wasser zu trinken.” “Klingt gut für mich.” ( Spätestens an diesem Punkt verstehen wir, dass es im Familienleben schwierig ist, alle Punkte respektvoll zu durchleben, um wie viel schwieriger ist es dann wohl in einem Verein. )

Das war die obere “Hälfte” der Zwölfheit. Zusammengefasst und gebündelt, in meinen Worten und nach meinem derzeitigen Verständnis.

Mit etwas Bedauern beende ich hier meinen Blogeintrag “Wege zur Qualität”. Weitere Aufgaben warten auf mich. Dieses Thema soll zuerst keimen, um es später wieder aufzugreifen und weiterzuführen.